T I N K U

Der Tinku beschreibt ein Fest aus prähispanischer Tradition in der bolivianischen Stadt Macha im Departement Potosi und trägt zugleich den Namen eines Kampfrituales, bei welchem sich heute noch indigene Dorfgemeinschaften aus den Regionen von Potosi und Oruro in Bolivien zu Ehren der „Pachamama“, der Mutter Erde, im Monat Mai treffen, um als Fruchtbarkeitsopfer miteinander unter gleich starken Gegnern zu kämpfen.
Tinku bedeutet in der Quechua-Sprache: Begegnung. Der Tinku wird von den beteiligten indigenen Volksgruppen nicht als Demonstration der Gewalt gesehen, sondern als Fruchtbarkeitsritual bzw. als Symbol für das Leben, das im Glauben der indigenen Urbevölkerung aus Gegensätzen besteht, die im Gleichgewicht zueinander stehen müssen. Der aus dieser Tradition abgeleitete Tanz ahmt das kämpferische Aufeinandertreffen nach. Die Kleidung der Frauen besteht aus der Almilla, einem langen, schwarzen und am Saum reich bestickten Kleid, einem Tragetuch und einem ebenfalls bunt mit Blumenmotiven bestickten Schultertuch. Für den Tinku-Tanz verwenden die Männer spezielle Helme, Monteras genannt. Die Form der aus Rindsleder gefertigten und mit Federn geschmückten Monteras erinnert an die Helme der spanischen Eroberer.
Tinku bedeutet in der Quechua-Sprache: Begegnung. Der Tinku wird von den beteiligten indigenen Volksgruppen nicht als Demonstration der Gewalt gesehen, sondern als Fruchtbarkeitsritual bzw. als Symbol für das Leben, das im Glauben der indigenen Urbevölkerung aus Gegensätzen besteht, die im Gleichgewicht zueinander stehen müssen. Der aus dieser Tradition abgeleitete Tanz ahmt das kämpferische Aufeinandertreffen nach. Die Kleidung der Frauen besteht aus der Almilla, einem langen, schwarzen und am Saum reich bestickten Kleid, einem Tragetuch und einem ebenfalls bunt mit Blumenmotiven bestickten Schultertuch. Für den Tinku-Tanz verwenden die Männer spezielle Helme, Monteras genannt. Die Form der aus Rindsleder gefertigten und mit Federn geschmückten Monteras erinnert an die Helme der spanischen Eroberer.
C A P O R A L E S

Der Tanz der Caporales ist ein relativ moderner Tanz, sehr beliebt in La Paz, Bolivien, vor allem in der Karnevalszeit, und im ganzen Hochland des Altiplano verbreitet. Die afrobolivianische Bevölkerung der Yungas in den Städten Coroico, Mururata, Chicaloma, etc. war die Quelle der Tänze Tundiqui oder Negritos und der Saya, aus denen sich dann der Caporales-Tanz in der Stadt La Paz beim Fest von "Señor del Gran Poder" (Herr der Allmacht) im Jahre 1969 entwickelt hat.
Der Tanz porträtiert den schwarzen Vorarbeiter oder Sklavenaufseher, genannt Caporal (Korporal), der seine ebenfalls schwarzen afrikanischen Untergebenen bzw. Sklaven mit der Peitsche traktiert, die in der Kolonialzeit auf den Plantagen arbeiten. Typisch bei der Kostümierung der Caporales sind die hohen Stiefel mit Schellen, die Peitsche und die glitzernden bunten Tanzgewänder. Die Choreographie und die Musik ist vom starken Rhythmus der Trommeln geprägt. Charakteristisch sind die akrobatischen Einlagen der Tänzer, die Kraft und Macht ausdrücken sollen, und die eleganten, koketten Bewegungen der Tänzerinnen.
K U L L A W A D A

Die Kullawada ist einer der schönsten Tänze Boliviens und repräsentiert die Zunft der Weber und Lamatreiber; die sind seit jeher ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Vielfalt der Anden. Schon in präkolumbianischer Zeit beteiligten sich Männer und Frauen an der Textilproduktion, die nicht nur eine wichtige Einkommensquelle, sondern auch ein wichtiges Ausdrucksmittel der ethno-kulturellen Identität darstellt. Das wichtigste Symbol dieses Tanzes, der v.a. für die Region um La Paz typisch ist, ist die Spindel, die jeder Tänzer mit der Hand hält. Die Tänzerinnen tragen reich bestickte Hüte mit perlenbesetzten Fransen, knielange Röcke, bestickte Bruststücke und spezielle Schultertücher, die Llijllas, sowie einen Gürtel mit Münztaschen, die den alten Silberschmuck darstellen.
M O R E N A D A

Die Morenada ist ein Tanz, der seine thematischen Ursprünge in der Kolonialzeit Boliviens hat. In diesem Tanz wird die Ausbeutung und Unterdrückung der afrikanischen Sklaven in den Bergwerken von Potosi und Oruro sowie der Pomp der Kolonialherren auf satirische Weise gezeigt.
Der Tanz Morenada entstand während der ersten Jahren nach der Unabhängigkeit von Spanien (1825). Die Stadt Oruro und ihr Karnevalfestzug ist der Ursprungsort dieses Tanzes.
In der Kolonialzeit mussten die "Aymara und Quechuas" (indigene Bevölkerungsgruppen Boliviens) und später Schwarzafrikaner in den Silberbergwerken von Potosi unter unmenschlichen Bedingungen als Sklaven arbeiten. Als die "Aymara und Quechuas" weniger wurden, wurden Sklaven aus Angola, Guinea und aus dem Kongogebiet in die spanische Kolonien verschleppt. Dort trieb man sie, aneinandergekettet in Gruppen, zu den Silberminen Potosís, wo sie die "s. g. Indios" als Zwangsarbeiter ersetzen sollten. Die Afrikaner konnten sich jedoch nicht an das Klima der Hochebene gewöhnen und endeten schließlich als Plantagenarbeiter in den Tälern der Yungas, wo sie vor allem auf den Coca-Feldern arbeiteten.
Später, als die spanische Kolonien aufgelöst wurden und die Republik Bolivien entstand, schufen die Aymaras aus den Überlieferungen ihrer Vorfahren einen Tanz, den sie Morenada "Ansammlung bzw. Gruppe von dunkelhäutigen Menschen" nannten.
Das reich bestickte Kostüm der Morenos, der Schwarzen, die im Mittelpunkt der Morenada stehen, wird unterschiedlich interpretiert: es könnte einerseits den Reichtum des Herrn, andererseits aber auch den hohen Preis, den dieser für seinen Sklaven bezahlt hat, symbolisieren.
Gleichzeitig erinnert der schleppende Gang der Tänzer und das klassische Rasseln der „Matracas“, einer Art Ratsche, an die langen Märsche, die die Schwarzen begleitet vom Rasseln ihrer Ketten und dem Quietschen der Kutschen bis nach Charcas, Potosi und die Yungas zurücklegen mussten.
Die Morenada ist nach der "Diablada", dem Teufeltanz, der zweitwichtigste Tanz des Karnevals von Oruro, der von der UNESCO als Weltkulturerbe im Jahre 2001 anerkannt wurde.